Wem willst du eigentlich was beweisen?

Du arbeitest sehr viel. Machst häufig Überstunden.
Du gönnst dir kaum Pausen. Du stehst deinen Mann.

Permanent zu arbeiten oder vielleicht sogar bis zum bis zum Ende der Kräfte macht nur eine gewisse Zeit wirklich Spaß. Bei einem Projekt, das einen so richtig packt, das man aus vollem Herzen bearbeitet. Bei einer neu zugeteilten Aufgabe, die einem Abwechslung im Alltag bringt. Aber dauerhaft 150% zu geben, kann einfach nicht gut tun und ich weiß, wovon ich da spreche 😉

Die persönliche Erfüllung einzig und alleine auf den Beruf zu legen wird keine dauerhafte Zufriedenheit bringen. Denn es stellt sich doch vor allem die Frage: Warum schuftest du so viel, dass für andere Dinge keine Zeit mehr bleibt?

Ist es der Mangel an weiteren Interessen? Weißt du einfach nichts mit deiner Zeit anzufangen?

Das klingt ziemlich komisch, ich weiß. Aber genau so ist es mir lange Zeit ergangen. Ich wusste einfach nicht, was mich sonst so vom Hocker reißt. Zudem hatte ich die Vorstellung, wenn ich nichts leiste und Geld verdiene, dann bin ich auch nichts, was mit Sicherheit sämtliche kreative Interessen völlig zunichte gemacht hat. Meinen eigenen Wert definierte ich durch Leistung. Ein Glaubenssatz, der ganz schön tief saß.

Also kommen wir zu dem Thema Arbeit und Leistung bringen im Job zurück. Geht es dir nur um den Spaß am Projekt oder willst du dich gleichzeitig auch jemandem beweisen, weshalb du nach der einen dir gleich die nächste Aufgabe suchst? Ist es dein Chef, von dem du anerkannt werden möchtest, der dir sagen soll, dass du deine Arbeit gut machst? Ist es ein Mitglied deiner Familie, dass dir das Gefühl gibt, dass du etwas erreicht oder geleistet haben musst, um Anerkennung zu erhalten? Willst du deinem Partner oder dir selbst deine Unabhängigkeit beweisen?

Kennst du den Gedanken nur wenn ich leiste, dann bin ich (etwas wert)?

Ich bin gut, ich schaffe das, ich habe Erfolg. Das Streben bekommt mit diesem Gedanken schnell etwas Verbissenes und man ist froh um jede weitere Aufgabe die einem übertragen wird, denn dadurch hat man das Gefühl man ist wichtig. Bleibt eine Anerkennung, ein Lob, die Übertragung einer bestimmten Aufgabe oder ähnliches aus, dann ist die innere Leere und Frustration vorprogrammiert.

Es hat einen guten Grund, warum es der Kollegin möglich ist früher nach Hause zu gehen und einem selbst nicht. Und dabei ist diese Kollegin nicht gleich arbeitsfaul oder ohne Engagement, wie es vielleicht in unseren Augen manchmal scheinen mag. Aber diese Kollegin hat für sich sicherlich mehr Säulen in ihrem Leben als nur die Arbeit. Die persönliche Erfüllung hängt dabei auch nicht zwingend von ihrem Job ab. Sie hat Familie – jetzt denkst du vielleicht, die habe ich auch – ein Hobby, ihren Sport, Freundinnen, die sie regelmäßig trifft, einen Kochclub und was auch immer noch.

Ich weiß, dass wenn die Konzentration zu 150% auf dem Job liegt, dann kann kaum noch Platz für private Erfüllung neben der Familie liegen. Klar gibt es alle paar Wochen einmal für das eine oder andere Zeit. Aber regelmäßig? Das war bei mir zumindest meist nicht möglich. Ich war zudem oft viel zu müde, um dafür auch noch Energie zu haben und meine Kundinnen beschreiben das genau so.

Vielleicht bist auch du jemand wie ich, der einfach nicht permanent volle Leistung bringen kann, denn der eigene Körper verlangt eben nun einmal seine Ruhephasen und holt sich diese spätestens über körperliche Beschwerden wie Mirgäneattacken und ähnliches.

Wenn die komplette Aufmerksamkeit nur dem Job und der Familie gehört, kommen wir zwangsläufig zu kurz. Sich selbst durch Leistung und Erfolge zu definieren macht es unmöglich dabei zu innerer Ruhe und Zufriedenheit zu gelangen. Du wirst immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung sein. In dem Vollgasmodus sind dann Unwägbarkeiten überhaupt nicht willkommen. Wenn bei einem straffen Tagesplan mit familiärer Organisation und beruflichem Leistungsdenken am frühen Morgen noch das Kind krank ist, dann läuft alles gefühlt mehr als ein bisschen über die eigenen Kapazitätsgrenzen hinaus.

Dass da der heimliche Wunsch kommt mal lange alleine fort zu fahren, wundert mich nicht und kenne ich auch zu gut.

Also meine Frage: Warum das alles? Wem willst du damit etwas beweisen? Muss wirklich dein Alltag jede Minute durchgetacktet und organisiert sein, ohne viel Spielraum, dass dir die Angst, es kommt etwas Unerwartetes, permanent im Nacken hängt? Wo bleibst du selbst? Wann geht es einmal um dich? Um dein Bedürfnis nach „Relax your life“?

Das Leben kann nur Zufriedenheit bringen, wenn es aus mehr als einer oder zwei Säulen besteht.

Säulen des Lebens_weiß

 

Wie steht es um die anderen Bereiche neben dem Beruf bei dir?
Gibt es diese?
Wie ausgeprägt lebst du sie?

Vielleicht kannst du diesen Punkten ja auch noch einen zufügen, der dir spontan in den Kopf kommt.

Wenn du mehr Platz für die anderen Säulen in deinem Leben schaffen willst, ist es nötig, dass du aktiv wirst. Möglicherweise schätzen dich dein Chef und deine Kollegen sehr, denn du leistest ja auch eine Menge. Es kann aber auch sein, dass jeder in dir diejenige sieht, die sich schon kümmern wird. Du bist ja eben auch zuverlässig. So kommst du jedoch nie früher nach Hause, was du doch insgeheim sicherlich auch gerne öfter mal möchtest. Dafür müsstest du aber an der einen oder anderen Stelle auch einmal Nein sagen.

In dem Artikel 10 Strategien, wie du respektvoll Nein sagen kannst bekommst du von mir wertvolle Tipps, wie dir das zunehmend auch gelingen wird.

Es kann aber auch sein, dass deine Leistungen und deine Motivation gar nicht gesehen werden. Dann ist der Frust meist leider richtig groß. Damit erfüllt sich dann weder der Spaß am Job, noch die erwünschte Anerkennung. Noch ein Grund, um sich zunehmend mehr Abzugrenzen gegen die permanente Übernahme von Aufgaben.

Wo auch immer du gerade stehst. Es hat einen Grund, wenn du unglücklich bist.

Manchmal hilft ein Jobwechsel, um Zufriedenheit zu erlangen. Wenn aber deine Motivation, das was dich antreibt der Wunsch nach Anerkennung ist und du versuchst wirklich alles dafür zu geben, kann es sein, dass du in deiner nächsten Arbeitsstelle dieselbe Unzufriedenheit findest.

Daher finde zuerst heraus, was dich antreibt und wie es um alle anderen Lebensbereiche gestellt ist. Wenn du dich geehrt fühlst, dass dich alle ansprechen und um Hilfe bitten, stellt dir die ehrliche Frage, warum dir das so wichtig ist. Wem willst du voll Stolz erzählen, dass du so sehr geachtet und gebraucht wirst? Finde es heraus und wenn du möchtest lass dich dabei von mir unterstützen und vereinbare mit mir ein erstes kostenloses Gespräch zu einer Strategieentwicklung.

Deinen Wert für dich anzuerkennen, und mehr als die Arbeit und Anerkennung von außen als Erfüllung zu erleben, wird dich stärken und dir Selbstvertrauen geben.

Und läuft eine deiner Säulen mal nicht so wie du es dir wünscht, gibt es immer noch die anderen, die dich auffangen können. Ich liebe meine Arbeit und trotzdem: Finde heraus, was dir Spaß macht und was dich neben deiner Arbeit erfüllt. Finde deinen Wert für dich und deine Leidenschaften für mehr Zufriedenheit und innerer Ruhe.

Relax your life

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PS: Ups, heute hat mein Text mehr Schwere als geplant. Jedoch ist es leider wahr, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Schau, wie du deinem Leben Leichtigkeit geben kannst und mehr Fokus als nur die Arbeit. Du kannst jederzeit damit anfangen.

Kann es nicht auch einfach gehen? Leichtigkeit bitte!
5 Tipps, wie man sich für dich interessiert



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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Janine,

    danke für diesen schönen Beitrag.

    Ich kann es sehr gut nachvollziehen, was Du hier beschreibst. Ich hatte es jetzt 2 Jahre so, dass ich 50% für meine Familie gegeben habe und 50% in meiner Selbstständigkeit…

    Das ganze hat meinem Körper gar nicht gefallen und deswegen hat er sich dieses Jahr auch durch ein Burnout „bedankt“.

    Du hast recht damit, dass man einen Einklang zwischen den verschiedenen Säulen finden sollte. Sich auch mal Zeit für sich selbst nehmen und nicht nur immer mehr leisten, als man tragen kann. Oft verliert man das im vollen Leistungspensum auch aus den Augen. So war es jedenfalls bei mir.

    Mittlerweile ist mein Tag anders strukturiert. ich habe wieder Platz für mich und meine Hobbys gefunden. Das fühlt sich gut an und auch ich fühle mich jeden Tag besser. Ein sehr schönes Gefühl, wenn das Leben nicht nur aus Pflichten besteht! 🙂

    Dir wünsche ich alles Gute.
    Lieber Gruß
    Verena

    1. Liebe Verena,
      Danke für den Einblick in deine persönliche Situation. Leider ist ein Burnout oft das Ergebnis, dieser ständigen Überstrapazierung der eigenen Kräfte.
      Wie großartig, dass du wieder in deinem Leben Platz für mehr Leichtigkeit schaffen konntest und es genießen kannst.
      Mein nächster Artikel wird dir bestimmt gefallen. Ich werde über die möglichen kleinen und großen Auszeiten schreiben.
      Ganz viel Power und zugleich innere Ruhe wünsche ich Dir weiterhin.
      Liebe Grüße,
      Janine

  2. Hallo Janine,

    Du hast mit Deinem Artikel etwas angesprochen, was ich persönlich kennen gelernt,aber lange nicht begriffen habe.Ich sah mich als die Säule, die alles bewältigen wollte. Und ich ging oft bis an meine äußersten Grenzen.
    Das, was man sich dadurch erhofft, trifft im seltenen Fall ein.

    Heute kann ich sagen, ich bin auf dem richtigen Weg angelangt. Ich bin ich, und muss niemandem mehr etwas beweisen.

    Dir danke ich für den sehr guten Artikel.

    Ich wünsche Dir alles Gute

    Ellen

    1. Liebe Ellen,
      wie toll, dass Du Deinen Weg gefunden hast und Du dich nicht mehr beweisen musst. Das ist der Punkt an dem so richtig innere Ruhe einkehrt. Halte daran fest, auch wenn dich das Leben mal wieder fordert.
      Liebe Grüße,
      Janine

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