Die Angst davor missverstanden zu werden

Hat man mich nun verstanden?
Ne, so habe ich das eigentlich gar nicht gemeint.
Warum rechtfertige ich mich eigentlich immer für das was ich mache?

Reden kann das Leben schwer machen. Vor allem im falschen Moment. Manchmal neigen wir einfach dazu zu viel zu kommunizieren. Und plötzlich sitzen wir in einem unnötigen Gedankenkarussell.

Was denkt der oder die jetzt über mich?

Kennst du das?

Die Menge an Kommunikation ist eigentlich völlig egal. Ob man jemand ist, der gerne viel spricht, oder eher wenig, das ist völlig unerheblich, wenn wir uns wohl fühlen und davon überzeugt sind, dass das was wir machen uns gut tut. Wir erzählen eher voll Stolz von dem was uns ausmacht. Dann kann eine Gegenwehr oder ein Kommentar von außen kommen und diese prallt völlig an uns ab.

Wenn wir uns aber in einem Entwicklungsprozess befinden, uns unsicher fühlen oder die Angst haben, was andere über uns denken, und alles tun um möglichst nicht missverstanden zu werden, dann kann ein zu viel uns das Leben ziemlich schwer machen. Wir fangen plötzlich an uns zu rechtfertigen für Entscheidungen, die wir treffen, für unser Verhalten, für das wie wir sind.

Ist dir besonders wichtig, was andere über dich denken?

Neigst du dazu dich viel zu erklären, denn du möchtest unbedingt verstanden werden?

Beunruhigt es dich, wenn jemand das was du sagen willst ganz anders versteht?

Die Angst davor missverstanden zu werden, kann im Kopf eine Menge auslösen. Auch bei mir kann dies in gewissen Phasen ein herrliches Kopfkino bewirken. Ich finde auch heute noch das Gefühl furchtbar, es aushalten zu müssen und nicht ändern zu können, aber es ist eben so. Man kann nicht alles kontrollieren, man kann sich nicht immer bis ins kleinste Detail erklären, damit auch ja nicht etwas falsch verstanden wird. Das kostet unglaublich viel Kraft und es gibt einfach nicht immer die Möglichkeit dafür.

Kennst Du dieses Gefühl?

Insbesondere, wenn wir gerne Everybody’s Darling sein wollen und mit dem was wir erzählen eigentlich ein „es ist schon gut so was du machst oder wie du bist“ hören wollen, machen wir und das Leben schwer.

Und mal ehrlich. Es ist eigentlich nicht die Angst missverstanden zu werden, sondern die Angst nicht gemocht zu werden, so wie wir sind.

Wenn wir das persönliche Maß der Kommunikation nach außen, über die Dinge, die uns beschäftigen überschreiten, kann es sein, dass wir ein Kopfkino der Extraklasse in unserem Kopf auslösen.

Was also tun?

Eines ist klar: weniger ist manchmal mehr!

Meine ganzen Karusselle habe ich mittlerweile ziemlich gut im Griff, und ein entscheidender Punkt war gelernt zu haben, dabei viel mit mir alleine im eigenen Kämmerlein auszumachen, wenn die Gedanken so richtig kreisen.

Du brauchst dich nicht für dein Verhalten zu rechtfertigen oder erklären. Du hast Gründe dafür, dass du etwas tust, oder lässt und die muss nicht jeder kennen. Du brauchst dein Durcheinander nicht zu entschuldigen, wenn du versuchst dich zu finden. Das ist ein völlig normaler Prozess.

Es gilt einfach in diesen Situationen ein gesundes Maß an Kommunikation zu entwickeln.

Also schauen wir uns das noch einmal ganz genau an.

Wie kann ein Kopfkino so richtig Zunder bekommen?

Erzähle jemand anderem davon, wenn du mitten drin sitzt. Meine Erfahrung ist, dass es danach unter Garantie noch mehr abgeht im Kopf.

Was passiert?

Man entschuldigt, oder erklärt sich, wo es gar nicht nötig ist.

Woraus entsteht das?

Man möchte gerne gefallen. Es ist einem unangenehm, dass man gerade so durcheinander ist. Dass man auf der Suche nach sich selbst ist und ständig eine andere Meinung hat, da man die richtige Antwort für sich noch nicht kennt. Und am Ende besteht die Angst, oh Gott, was denken die nun über mich. Im schlimmsten Fall schämt man sich.

Hat man mich jetzt eigentlich richtig verstanden? Oh je, das kann man auch anders verstehen. Ich muss unbedingt noch einmal mit der Person sprechen und das erklären.

Je öfter man dieses Spiel von vorne macht, desto mehr ist man permanent dabei sich zu erklären. Das hat zur Folge, dass zunehmend das Gefühl entsteht andere zu nerven. Zunächst ist das gar nicht so. Dieses Gefühl entsteht nur in im eigenen Kopf.

Wenn man dann anfängt sich auch noch dafür zu entschuldigen, und andere ständig sagen, es sei doch nicht so schlimm, wird man mit der Zeit vielleicht wirklich nerven.

Also, was dagegen tun, damit du in Zukunft gar nicht in diesen Teufelskreis gelangst?

Thema wechseln

Versuche diese Gespräche gar nicht erst entstehen zu lassen. Lenke das Gespräch auf andere Themen um. Wenn Du trotzdem das Bedürfnis hast etwas zu erzählen, dann prüfe, ob dein Gegenüber wirklich die richtige Person dafür ist. Also mach dir ganz klar bevor du das aussprichst, was dich beschäftigt ob dein Thema von dieser Person getragen werden kann. Ob du am Ende verunsicherter oder gestärkter bist. Du hast bestimmt bereits ähnliche Erfahrungen bei anderen Themen die dich beschäftigt haben gemacht. In dem Artikel Wie du heraus findest, was dir wirklich gut tut, habe ich bereits über meine Wege Abstand zu gewinnen gesprochen.

Absprachen treffen

Eine weitere Möglichkeit bei den Liebsten um dich herum, ist eine interne Absprache. Mein Mann und ich hatten eine Zeit lang ausgemacht, dass er mir sagen darf

„Ich habe es verstanden“,

wenn ich mich zum 5. Mal erklärt habe. Ich hatte noch so viele Aspekte, die in meinem Kopf herumgeschwirrt sind. So viele Gedanken, die ich mir gemacht hatte. Mir selbst war gar nicht bewusst, wie früh mich generell mein Gegenüber eigentlich versteht. Wahrscheinlich, weil ich selbst so lange gebraucht habe.

Das waren wirkliche Aha-Momente und das Gefühl, was denkt jemand über mich nahm dadurch automatisch zunehmend ab.

Ich kann dir nur empfehlen auszutesten, was für dich passt.

Heute ist es so, dass es mich nicht mehr um den Schlaf bringt, wenn ich mich nicht erklären konnte. Klar beschäftigt mich das auch noch, aber je gefestigter wir sind, desto weniger schlimm ist es, wenn uns jemand missversteht. Es gibt immer die Möglichkeit sich noch einmal darüber zu unterhalten. Jeder hat sein eigenes Bild im Kopf und manchmal braucht es eben ein bisschen, bis man über dasselbe spricht.

Willst du dein Bedürfnis dich zu erklären und die Angst, was können andere über mich denken loswerden, kannst du auch gerne hier ein erstes kostenloses Gespräch buchen.

Relax your life

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Beitrag zur Blogparade: Rückblick 2015 - Was gibt es Neues 2016
Kann es nicht auch einfach gehen? Leichtigkeit bitte!



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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Janine,

    ich habe Dich für den Liebster-Award nominiert. Warum?

    Ich lese oft Deine Beiträge und auch Deine Newsletter. Jedesmal nehme ich für mich etwas mit. Alleine schon der Artikel „Manchmal muss man einfach die Notbremse ziehen“ kam damals genau zum richtigen Zeotpunkt.

    Du gibst immer gute Ratschläge und ordnest damit meinen Kopf 😉

    Leider habe ich es immer wieder mit diesem Erklären. Denn mein Kopf spielt gerne jede mögliche Situation einmal durch.. dadurch entstehen soviele Denkmuster, dass ich gar nicht alles erklärt bekomme….

    Ich würde mich freuen, wenn Du meine Fragen beantwortest. Du findest sie hier: http://medienwerk-menden.de/liebster-award/

    Lieber Gruß
    Verena

    1. Liebe Verena,
      wie toll, dass Du Dich in meinen Texten so angesprochen fühlst.
      Versuche Dich von diesen Denkmustern zu befreien. Du bist so wie Du bist wunderbar und brauchst Dich dafür nicht zu rechtfertigen oder erklären. Du wirst mit der Zeit feststellen, dass dadurch automatisch mehr Ruhe im Kopf entsteht.
      Danke für Deine Nominierung. Ich schaue mir gerne Deine Fragen an, weiß aber noch nicht, wann ich diese beantworten kann, da gerade einige Projekte beruflich wie privat anstehen.
      Liebe Grüße,
      Janine

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